Fragen und Antworten rund um MuKEn und die Energiestrategie 2050

 

Die MuKEn ("Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich", die die Grenzwerte im Energieverbrauch der Gebäude regelt) sind Bestandteil der Schweizer Energiestrategie 2050. Sie haben vordergründig das Ziel, den Energieverbrauch pro Kopf zu reduzieren. Der Bund stellt sich somit auch hinter den globalen Klima-Masterplan von Paris.

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um MuKEn und die Energiestrategie 2050.

Wieso werden die Vorschriften im Gebäudebereich durch MuKEn verschärft?

Die Energiestrategie 2050 sowie der Klima-Masterplan sehen eine Reduktion des CO₂-Ausstosses, der direkt mit dem Energieverbrauch zusammenhängt, vor. Die Gebäude benötigen am gesamten Energieverbrauch der Schweiz rund 40%. Zudem wurden vier von fünf Gebäuden vor 1990 erbaut und entsprechen somit nicht mehr dem heutigen Baustandard: Bei den Gebäuden bis Baujahr 1993 beträgt der Anteil fossiler Energieträger 66%, bei den Gebäuden nach 1993 jedoch nur noch 51%.

Perspektivisch werden durch MuKEn die Start-Investitionen steigen, allerdings stehen dem geringere Betriebskosten durch moderne und energieeffiziente Technologien gegenüber. Zudem lassen sich die Investitionskosten auch durch attraktive Förderprogramme von Gemeinden, Kantonen und Bund teilweise kompensieren. Ebenfalls ist mit einer deutlichen Wertsteigerung der Immobilie zu rechnen: Durch die GEAK-Pflicht bei Handänderungen werden gut gedämmte Gebäude mit zeitgemässer Gebäudetechnik sichtbar und deshalb attraktiver zum Kauf.

Dies kann leider nicht pauschal gesagt werden und ist fallspezifisch zu betrachten. Dabei spielen diverse Faktoren eine Rolle, wie bestehendes Heizsystem/Temperaturen, Energieverbrauch, Platzverhältnisse, geplante Massnahmen an der Gebäudehülle, etc. Unser digitaler MuKEn Wegweiser führt Sie mit wenigen, einfachen Fragen durch die MuKEn und generiert Ihnen die gesetzlich vorgegeben Standardlösungen, die exakt zu Ihren individuellen Anforderungen passen.

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Mit einer vorzeitigen Sanierung ist es prinzipiell möglich, unabhängig der neuen Vorschriften eine Heizanlage auszutauschen. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte bereits heute eine Sanierung mit erneuerbaren Energien priorisiert werden. Hierfür eignen sich vor allem Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasse. Das aktuell relativ niedrige Preisniveau fossiler Energieträger sollte sich aufgrund höherer Energiepreise und höheren Abgaben in den nächsten Jahren perspektivisch nach oben korrigieren. Ebenfalls ist bei Einsatz erneuerbarer Energien mit einer Wertsteigerung der betroffenen Immobilie zu rechnen.

Die MuKEn geben eine minimale Eigenstromproduktion im Neubau vor. Jedoch wird die verwendete Technik seitens des Gesetzgebers nicht vorgegeben, beispielsweise ist auch ein Blockheizkraftwerk (Heizgerät, welches auch Strom produziert) möglich. Ist aufgrund der individuellen Gegebenheiten keine der vorgegebenen Standardlösungen bei einer Immobilie vernünftig umsetzbar, kann dies gegenüber dem Gesetzgeber grundsätzlich auch mit einer Ersatzabgabe abgegolten werden. Die Höhe der Ersatzabgabe wird dabei von den Kantonen festgelegt.

Dies steht Ihnen grundsätzlich frei – bitte beachten Sie jedoch, dass beim Neubau mit einem Energienachweis belegt werden muss, ob die vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden. Bei der Sanierung ist ein Gebäude, welches mindestens die Gebäudeklasse D erreicht, grundsätzlich frei in der Wärmeerzeugerwahl.

Energielabels kennen Sie sicherlich von Haushaltsgeräten. In der Schweiz werden Gebäude nun ebenfalls einem Energielabeling unterzogen (A bis G). Dabei steht, wie bei Haushaltsgeräten, das Label A für die höchste Energieeffizienz, das Label G kennzeichnet die geringste Effizienz. Ermittelt wird das jeweilige Label mit der GEAK-Software über einen Energienachweis durch ein Energieberater bzw. GEAK-Experten. Detaillierte Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter www.geak.ch

Sämtliche Informationen und Dokumente zum Thema MuKEn finden sich bei den kantonalen Energiefachstellen sowie auf der Website der kantonalen Energiedirektoren (www.endk.ch). Für den Bereich Wärmeerzeugung stehen Ihnen bei Hoval umfangreiche Informationen zur Verfügung.



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